Manche Leute glauben, besonders gut zu sein und das Klima zu schützen, wenn sie in eine private Solar-Anlage investieren. Das glaube ich nicht. Für mich ist die Nutzung einer eigenen Solar-Anlage vor allem eine Frage der Wirtschaftlichkeit unter gegebenen Bedingungen. Durch staatliche Förderung kommt ein kleines Plus heraus. Hier möchte ich den Ablauf, Motive und Erfahrungen mit unserem privaten Projekt dokumentieren. Vielleich hilft es ja anderen bei der Entscheidungsfindung.
Wir hofften, mit einer eigenen Solaranlage auch mehr Unabhängigkeit vom Stromnetz zu erreichen und gegen Stromausfälle besser gewappnet zu sein. Dies haben wir nicht erreicht. Doch dazu unten mehr. Vor Installation der PV-Anlage lag unser Jahresverbrauch bei rund 2400 kWh.
Unsere Anlage mit 9,875 kWp nahmen wir 11.2022 in Betrieb genommen. Sie besteht aus
- 25 Monokristallinen Modulen Trina Vertex S TSM-395DE09.08
- SMA-Wechselrichter STP8.0-3AV-40
- SMA Sunny HomeManager 2.0
- Installationsmaterial, Kabel und Montage
Die Anlage kostete rund 16 000 Euro und wurde von der Firma Energie Ritter, Fernwald, geliefert und installiert. Wir sind sehr zufrieden. Von unserem Plan, auch eine Batterie mit zu installieren, wurde uns abgeraten, denn die (damaligen) Kosten waren mit über 8 000 Euro für 7,7 kWh hoch und konnten nicht auf eine Amortisation hoffen. Dennoch verfolgten wir das Thema weiter und dachten an eine spätere Installation. Siehe unten.
Die Erträge in kWh lagen ohne Speicher im
| Jahr | Erzeugung | Eigenverbrauch | Netzeinspeisung | Verbrauch | Netzbezug |
|---|---|---|---|---|---|
| 2025 | 8388 | 1136 | 7252 | 2898 | 1762 |
| 2024 | 7543 | 994 | 6849 | 2502 | 1508 |
| 2023 | 7077 | 934 | 6138 | 2155 | 1216 |
Im Jahr 2025 unternahmen wir einen erneuten Versuch, ob sich eine Installation eines Batteriespeichers rechnen könnte. Trotz gesunkener Kosten lag die erforderliche Investition für eine in die SMA-Welt integrierten Speicher mit Wechselrichter und Montage noch immer bei rund 6000 Euro und konnten noch nicht wirtschaftlich dargestellt werden.
Wir erwarten, dass wir den Jahresnetzbezug mit Speicher auf unter 1000 kWh senken können.
Allerdings basierte die Idee auf der Annahme, dass die Integration der Anlage zu den SMA Komponenten passen müssten und darum kostengünstigere Angebote nicht in Frage kämen. Zudem dachte ich - ausgehend von der Versorgung mit Ersatzstrom - dass auch der Speicher alle drei Phasen unterstützen mussten. Denn wenn die Verbraucher z.B. an überwiegend an Phase 1 hingen, der Speicher an Phase 2, die Installation die Erwartungen nicht erfüllen könnte. Erst später lernte ich, dass die Stromzähler im Netzbetrieb die Phasen saldieren, also dass ein Überangebot auf einer Phase eingespeist wird und mit dem Verbrauch auf den anderen Phasen verrechnet wird.
Notstrom und Ersatzstrom
Notstrom versorgt nur kritische Verbraucher mit Strom, so dass auch ein Blackout nicht zur privaten Katastrophe führt. Ersatzstrom würde weitgehend die gesamte Installation weiter versorgen. Beides funktioniert in der Praxis aber meist nur mit hohem Aufwand.
Einfrach wäre die Idee, dass die Solaranlage die Batterie auch im Ersatzstrom tagsüber auflädt und die Batterie die Versorgung in der Nacht übernimmt. Man spricht hier von einem Insel-System. Probleme gibt es dafür viele: Denn es reicht nicht aus, dass die Wechselrichter Schwarzstart-Fähig sind, also dass sie die 50 Herz erzeugen, auch wenn kein Taktgeber aus dem Netz diese steuert. Vor allem eine Netztrennung ist erforderlich, denn ansonsten könnten Spannungen ins Netz gesendet werden und mögliche Reparaturarbeiten gefährden. Zudem würde die wertvolle Energie abfließen. Eine sichere Netztrennung wird entsprechend vom Netzbetreiber gefordert und ist entsprechend teuer mit Geräten und Installation ... es sei denn, die Anlage wurde bereits mit entsprechend dafür ausgelegten Wechselrichtern vorbereitet - Beispiel Kaco siehe unten.
Zudem ist der Leistungsbedarf eine Einfamilienhauses oft nicht passend für eine entsprechende Ersatzstrom-Versorgung: Die Leistung, die ein Batterie-System liefern kann, ist oft in der Größenordnung von 800 W bis 4 KW. Ein Ruhestrom durch Kühlschränke Licht, Computer und Fernseher liegt meist zwischen 200 und 400 W. Das wäre auch unproblematisch. Werden aber Kaffeemaschinen, Wasserkocher, Herde und Backöfen angeschaltet, kann dies das Angebot übersteigen. Auch können Elektromotoren, z.B. in Stabsaugern und Waschmaschinen, zu kurzzeitig hohen Anschaltströmen führen. All dies führt unter Umständen sofort zur Schutzabschaltung.
Es gibt Anbieter von Systemen mit integrierter Netztrennung als Inselsystem, aber die hier verwendete Anlage würde dies nur mit umfangreichen Erweiterungen zulassen. Darum haben wir davon abstand genommen. Für Neuinstallationen würde es sich unter Umständen empfehlen, eine Anlage zu wählen, die bereits über eine integrierte Netztrennung verfügt.
Notstrom kann auch durch Generatoren und spezielle Ausgänge aus Batteriesystemen bereit gestellt werden, erfordert dann aber einen speziellen Anschluss der kritischen Geräte. Diese Option behalten wir uns offen, sehen aber einen eingeschränkten Nutzen bei Stromausfällen, die sich hoffentlich nicht ereignen werden. Um vorzugreifen: Die später installierte Speicherlösung hat eine Steckdose, die einen eingeschränkten Notstrom-Betrieb ermöglicht.
Exkurs: Wechselrichter
Der Wechselrichter ist das Herzstück jeder PV-Anlage. Er wandelt den PV-Gleichstrom unterschiedlicher Spannung in einen synchronisierten Wechselstrom bei 220 V. Hybrid-Wechselrichter können auch Wechselstrom wieder in Gleichstrom wandeln: Das benötigt man, um einen Batteriespeicher zu betreiben. Zudem sind meist weitere Funktionen integriert, z.B. die Verbrauchsmessung und Steuerung von PV-Modulen und Batterien - MPP-Tracker, Datenweitergabe und Visualisierung der Leistungsdaten, bzw. eine Kopplung an die Cloud des Herstellers.
Ferner sind die maximale Leistung Bestimmungsgrößen. Diese kann etwas geringer als die maximale Leistung der Solarmodule (kWp) dimensioniert werden, denn diese wird sehr selten erreicht. Falls mangels Dimensionierung die Leistungspitze abgeschnitten wird, ist dies verschmerzbar wegen des seltenen Vorgangs.
Der bei uns installierte SMA Wechselrichter ist unidirektional- also kein Hybrid - und benötigte zur Verbrauchsmessung und Visualisierung ein weiteres Modul, den SMA Sunny HomeManager. Um hier einen Batteriespeicher zu betreiben, hätte man entweder einen weiteren hybriden Wechselrichter von SMA integrieren müssen oder eine 3rd-Party Lösung mit hybriden Wechselrichter anschließen müssen. Letzteres haben wir später mit dem Marstek Venus E getan - wie beschrieben.
Würde ich eine neue PV-Anlage konzipieren, hätte ich eine Präferenz für diesen: KACO blueplanet hybrid 10.0 NH3-M3 10kW Hybrid Wechselrichter oder Sungrow - Hybrid SH10RT - V112. Diese sind zwar auch im Internet-Handel erhältlich, benötigt aber einen Fachbetrieb, der mit diesem Gerät auch Erfahrung hat.
Die Vorteile dieser Hybrid-Wechselrichter liegen auf der Hand: Sie können direkt ein Batteriespeicher ohne eigenen Wechselrichter angeschlossen werden ... was die Umwandlungsverluste reduziert. Ein Inselbetrieb mit Ersatzstrom ist möglich, ohne dass eine separate Netztrennungseinrichtung installiert wird. Man wäre damit auch gegen Blackouts gewappnet. Die Messung, Steuerung und Visualisierung über die Cloud ist bereits inklusive.
Diese beiden Wechselrichter zeigen, was alles für einen überschaubaren Aufwand bereits möglich ist, und was viele andere Wechselrichter, die zum Teil deutlich teurer sind, nicht können. Wichtig ist die Auswahl von Fachbetrieben, die diese oder ähnliche Wechselrichter in ihrem Konzept unterstützen.
Kostenoptimierung durch Speichernutzung
Die Vergütung für eingespeisten Solarstrom liegt bei uns bei 8,2 ct/kWh. Für aus dem Netz bezogenen Strom kalkuliere ich rund 30 ct - durch die Grundgebühr, die durch den Verbrauch dividiert werden müsste, liegt dieser vor allem bei geringem Netzbezug erheblich darüber. Unser aktueller Tarif bei Octopus Energy octopusrelax12 hat einen Grundpreis 15,73 €/Monat und einen Arbeitspreis 28,19 ct/kWh.
Da ein erheblicher Teil des Bedarfes zu Abend-Und Nachtzeiten liegt der Selbstversorgungsgrad ohne Batterie oft bei unter 50 %, auch wenn reichlich Solarstrom vorhanden ist. Auch in verbrauchsarmen Zeiten könnten mit Heimspeichern über 3 kWh Netzbezug eingespart werden, die mit der Differenz von 22 ct (Arbeitspreis abzüglich alternativer Vergütung) mit Speichern geleistet werden könnten. Selten aber liegt das Optimierungspotential bei über 1 Euro pro Tag. Im Winter ist der Solarertrag weniger und kann nicht diese Potentiale liefern. Also dürfte selten ein Nutzen von über 300 Euro/Jahr in einem Einfamilienhaus zu erzielen sein.
Bei der Speichernutzung wären folglich die Differenz zwischen dem nicht-benötigten Strombezug (ca. 30 ct) und dem nicht-realisierten Gewinn durch Verkauf (8,2 ct) und den Speicherverlusten (Wechselrichter, Batteriechemie) anzusetzen. Die Speicherverluste sind auch im günstigsten Fall mit über 10 % anzusetzen, aber im Teillast-Betrieb können über 20 % verloren gehen.
Über den dicken Daumen sollte man für einen Batteriespeicher nicht mehr als 3 000 Euro für ein Einfamilienhaus investieren, denn eine Amortisationszeit von über 10 Jahren ist nicht wirtschaftlich darzustellen. Sicher kann mit einem weiteren Preisanstieg gerechnet werden, die den Nutzen eines Speichers mehrt, aber es ist sehr spekulativ, hier von hohen Preissteigerungsraten auszugehen.
Allerdings gibt es hierfür durchaus Lösungen, die diese Bedingungen erfüllen ... siehe unten.
Technischer Hintergrund Batteriespeicher: Nulleinspeisung
Die Befürchtung, dass durch den 3 phasigen Drehstrom ein einphasiger Speicher nicht optimal eingesetzt werden kann, sind nicht zutreffend, denn die Zähler saldieren den Verbrauch, bzw. die Einspeisung über alle drei Phasen. Ein einphasige Batteriespeicher nutzt also auch vollumfänglich bei einer 3-phasigen Netzanbindung. Das würde allerdings nicht für Ersatzstrom bei Netztrennung nutzen.
Das Ziel eines Batteriespeichers ist, dass der selbstproduzierte Solarstrom möglichst in den Speicher und nicht ins Netz fließt. Ebenso sollte bei Batterieentladung möglichst kein Strom in das Netz abfließen, sondern im Haus verbraucht werden. Das nennt sich 'Nulleinspeisung'.
Natürlich wird, sobald der Speicher voll ist und der Eigenbedarf befriedigt ist, Strom in das Netz eigespeist. ... und wenn der Speicher leer ist, wird auch Strom aus dem Netz bezogen.
Bei sogenannten Balkonkraftwerken ist dies besonders relevant, denn dort gibt es keine Vergütung für eingespeisten Strom. Balkonkraftwerke sind auch in der Leistung zumeist auf 800 W begrenzt, haben aber ein geringes Investitionsvolumen und zumeist eine Integration mit einem Batteriespeicher, der auch Notstrom ermöglicht. Dies liegt in unserem Fall jedoch nicht vor.
Um Nulleinspeisung zu erreichen ist eine Messeinrichtung erforderlich, die die Einspeisung misst und eine entsprechende Steuereinrichtung an der Batterie / Wechselrichter entsprechend programmiert. Fehlt ein entsprechender integrierter Sensor, kann ersatzweise manuell, bzw. über eine Zeitsteuerung durchaus ein annähernde Steuerung erreicht werden, die allerdings nicht optimal sein kann.
Smart Meter Messungen
Intelligente Strommesseinrichtungen werden Smart Meter genannt. Es gibt auch solche Einrichtungen, die nicht nur die Messwerte für den hausinternen Bedarf verwertet, sondern an das Elektroversorgungsunternehmen und die Bundesnetzagentur meldet und ggf. auch Fern-Abschaltungen durchführen kann. Letzteres wird der Betreiber sicher nicht wollen, sind aber bei größeren Anlagen verpflichtend vorgeschrieben, um Netzüberlastungen zu verhindern.
Auch werden derartige Smart Meter (ohne Fernsteuermöglichkeiten) eingesetzt, um variable Stromtarife zu nutzen. In diesem Fall wird der Preis in Abbildung von der Strombörse stündlich nach Angebot und Nachfrage gesetzt und mit den gemessenen Werten im Haus verrechnet. Derartige Messeinrichtungen bedienen aber nicht notwendig Steuerungen des Netzbetreibers
Hier sprechen wir im weiteren nur von Smart Metern, die ausschließlich im Haus zur Steuerung der Batterie genutzt werden.
Es gibt grundsätzlich drei Methoden, Strommessungen im Haus vorzunehmen:
- Integrierte Messung über den Wechselrichter als Gesamtkonzept
- Installation eines unabhängigen Smart Meters und Feldmessung am Stromleiter
- Nutzung des vorhandenen Stromzähler und der standardisierten Infrarot-Schnittstelle / Smart Meter Reader.
In unserem Fall erfüllt zunächst der SMA Sunny HomeManager zunächst die Funktion des Smart Meter und liefert so Informationen über die aktuelle Solarproduktion und den Verbrauch. In eine voll integrierten Lösung mit SMA Komponenten würde dieser auch die Steuerinformationen für den Batteriespeicher liefern und so die Nulleinspeisung ermöglichen. Allerdings ist die SMA-Welt in sich geschlossen und nicht für Drittkomponenten nutzbar. Ein integrierte Speicher mit entsprechenden Komponenten und Installation würde aber rund 6 000 Euro kosten und damit den Rahmen der Wirtschaftlichkeit sprengen.
Somit habe ich eine unabhängige Lösung gesucht, um kostengünstige Speicher einzubinden.
Smart Meter mit Feldmessung am Stromleiter
Direkte Messgeräte werden in den Zählerkasten zwischen dem Zähler und den Haussicherungen eingebaut. Dazu wird um die 3-phasigen Hauptleitungen jeweils eine Messsonde gelegt, die in einem Messgerät ausgewertet wir, welches ähnlich einer Sicherung in den Zählerschrank eingebaut wird.
Mehrere Anbieter liefern derartige Geräte, im Besonderen die Firma Shelly scheint sich als Standard-Anbieter mit mehreren Modellen etabliert zu haben. Abgesehen davon, dass die Installation knifflig sein kann, ist sie auch nur durch zugelassene Elektriker erlaubt. Ein Beispiel einer derartigen Installation zeigt dieses Video.
Die Kosten der Geräte liegen je nach Hersteller und Modell zwischen 60 und 100 Euro - aber das Problem sind die Kosten für die Installation und Verfügbarkeit eines Elektrikers. Das versucht man zu vermeiden.
Leseköpfe an der IR Schnittstelle des Zählers
Ohne aufwendige Installation durch einen Elektriker verspricht die Nutzung der IR Schnittstelle an modernen Zähler. Fast überall werden heutzutage elektronische Zähler von den Netzbetreibern eingesetzt. Auch wenn es ein beachtliche Vielzahl von Stromzähler-Anbietern und Modellen gibt, so folgen alle weitgehend Standards, die eine Nutzung jener standardisierten Infrarot-Schnittstelle ermöglichen. Dazu wird ein Lesekopf mit einem Magnet auf dem Zähler aufgesetzt. Dieser verbindet sich mit dem WLAN zur Übersicht an Computer, Mobilphone-App und Batteriespeichersystem.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Man benötigt keinen Elektriker und die Messung kann sich nicht unterscheiden zwischen der privaten Messung und der offiziellen Messung des Netzbetreibers.
Es gibt auch hier eine Vielzahl von Anbietern. Weit verbreitet ist der everHome EcoTracker ab 68 Euro (im Angebot). Für mich war auch der Marstek CT003 - ab 69 Euro - interessant, denn er passt besonders zu dem von mir erworbenen Speicher.
Entschieden hatte ich mich zunächst für einen BitShake SMR Air der nicht nur preisgünstiger ist (rund 40 Euro), sondern mehr technische Offenheit verspricht. Allerdings ist die Integration in meinen Batteriespeicher damit aufwendiger. Der Support ist allerdings überraschend gut.
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Zähler-Installation an der IR-Schnittstelle
- Smart-Meter Reader an einen USB-C Anschlusskabel anschließen
- WLAN konfigurieren
- Mit Magnet am Zähler befestigen
... fertig - so würde man es sich wünschen, aber da gibt es noch einige Hürden. Denn die Infrarot-Schnittstelle des Zählers ist zunächst deaktiviert. Um diese nutzen zu können, benötigt man
- eine PIN. Diese erhält man bei dem Netzbetreiber unter Angabe der Zählernummer. Dies erhält man wenige Tage später mit der Post.
- Eingabe der PIN: Einige Zähler haben einen Taster, mit der man ähnlich einem Morsecode diese PIN eingeben kann. Mein Zähler Landis + Gyr E320 hat nur einen sogenannten optischen Taster. Das heißt, man muss mit Lichtimpulsen diese Pin eingeben. Die Wahl der Taschenlampe und das richtige Timing - Impulsdauer und Pausen - sind jedoch äußerst kritisch und frustrierend. Nach unzähligen Versuchen war ich mehrfach so weit, das Unterfangen aufzugeben. Schließlich fand ich die App StromPIN im PlayStore von Android. Diese rettet Nerven und ist hervorragend: Man gibt nur die Pin ein und die Lampe des Smartphones blinkt im korrekten Rhythmus.
- Meist reicht das aber noch nicht, denn dann wird erst der einfache Datensatz geliefert, ohne Nachkomma-Stellen und ohne Power-Messung. Um den erforderlichen erweiterten Datensatz zu bekommen, muss man die Einstellung des Zählers für Inf auf On und Pin auf Off stellen. Dazu gibt es von BitShake eine gute Anleitung.
Wem das etwas schwierig vorkommt sollte aber wissen: Es ist für alle Leseköpfe an der IR Schnittstelle des Zählers erforderlich, nicht nur für den BitShake SMR.
Probleme und Lösungsversuche
Leider war die Lösung mit dem BitShake SMR Air, obwohl recht vielversprechend, durch Instabilität letztlich nicht auf die Dauer tragfähig.
Der Ersatz durch einen Marstek CT003 scheiterte, da mein Zähler Landis+Gyr E320 nicht kompatibel war.
Ich habe mich entschieden einen weiteren Versuch zu starten mit dem everHome EcoTracker ...
everHome EcoTracker
Am 14.08.2026 wurde das Gerät installiert. Es fiel auf, dass die Lieferung komplett war - inklusive Netzteil - und das knappe 'Handbuch' das notwendige enthielt: Schritte zur Installation und App-Download. Der Installationsprozess lief problemlos. Das Gerät wurde schnell und zuverlässig über Bluetooth erkannt und bei der WiFi Netzerk-Konfiguration ging es ebenso leicht weiter - nur das WLAN PW musste eingegeben werden. Der Zähler wurde sogar automatisch erkannt.
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Auch die Verbindung zum Marstek Venus E ging problemlos, da man den EcoTracker direkt auswählen konnte. Es steht da zwar (Beta) aber es funktionierte auf Anhieb problemlos. Die EverHome app ist funktional und würde mit der Note 2 beurteilt werden. Sie zeigt sekundengenau die Zählerdaten, aber nicht wie die BitShake App den Tages-Netzbezug und die Tageseinspeisung.
Dennoch würde der EcoTracker dann deutlich gegen den BitShake SMR gewinnen, wenn hier die Stabilität deutlich besser wäre. Erste Erfahrungen sind vielversprechend und zeigen einen besseren Wert der Nulleinspeisung.
Die Ergebnisse bezüglich der langfristigen Stabilität stehen noch aus.
Alternative Speicher
Da die Nulleinspeisung keine volle Integration in die PV-Hausanlage zwingend benötigt, sondern mit einem gekoppelten Smart Meter auskommt, haben wir marktübliche Angebote geprüft. Meist werden kompakte Speichersysteme zwischen 1,7 kWh und 5,2 kWh angeboten, die bereits eine intelligente Steuerung und einen bidirektionalen Wechselrichter enthalten und modular erweiterbar sind. Pro Modul fallen Kosten von lediglich 500 bis 1600 Euro an und erfordern keine Installation durch einen Elektriker.
Namhafte Hersteller adressieren die Speicher oft an Betreiber von Balkonkraftwerken, aber auch in meinem Fall sind diese ebenfalls von Interesse. Neben der Speicherkapazität und dem Preis ist die maximale Ladeleistung und Entladeleistung von großem Interesse. Hier eine kleine Auswahl und Tests von aktuellen Speichersystemen.
- Hoymiles HiBattery 1920 AC - 1,920 kWh - 569 Euro
- Marstek Jupiter C Plus - nur für Balkonkraftwerke
- Ecoflow Stream Ultra X - 3,84 kWh - 1159 Euro
- Zendure AIO 2400 - 2,4 kWh - 1343 Euro
- Anker Solix Solarbank - 1,6 kWh - 1199 Euro
- Anker SOLIX Solarbank 4 Pro E5000 - 5,02 kWh - 1599 Euro
- Marstek Venus E 3.0 - 5,12 kWh / 2500 W Ausgang - 1399 Euro
- Zendure SolarFlow 3000 Mix AC+ - 8 kWh / 3000 W Ausgang - 1.699,00 Euro
Ich habe mich für Marstek Venus E 3.0 entschieden und bin zufrieden ... im Besonderen, weil ich diese im Angebot dei MarcMax für unter 1000 Euro erhalten habe. Für mich war die große Kapazität und die hohe Speicher- und Entladeleistung kaufentscheidend. Gegenüber dem o.g. Artikel hat Marstek auch nachgebessert: Man kann nun ein unteres Limit der Entladung einstellen, um im Zweifel noch Notstrom über die separate Buchse zu beziehen. Da sie nur eine einfache Steckdose benötigt und formschön ist, haben wir sie im Esszimmer aufgestellt.
Da die Integration mit dem Smart Meter aufwendig war, betrieben wir die Anlage zunächst im sogenannten manuellen Modus. Das heißt, es wurde ein fester Zeitplan hinterlegt, wann und wie stark die Batterie geladen und entladen wird. Da die Grundlast über Nacht recht stabil ist und das Laden durch die PV Anlage große Reserven zulässt, ist bereits ein passable Annährung an eine Optimierung möglich, auch wenn eine Nulleinspeisung so nicht zu erzielen ist.
Eine Erweiterung um eine zweite oder dritte Venus E Einheit wäre möglich, würde sich aber weit schlechter amortisieren, da der Nutzen bereits durch die eine Anlage weitgehend abgefrühstückt wird.
Angesichts der geringen Kosten ist mit einer überschaubaren Amortisation in weniger als 5 Jahren mit einer Venus E zu rechnen.
Da ich mich auf das Abenteuer eingelassen habe, unterschiedliche Hersteller zu kombinieren, aber weiterhin das Ziel der Nulleinspeisung verfolge, will ich hier die Erfahrungen dokumentieren, wie der Speicher und der Smart Meter Reader von BitShake integriert wurden. Dies habe ich beschrieben in: BitShake SMR Air und Marstek Venus E Diese Lösung erreichte vorläufig das Ziel der (ungefähren) Nulleinspeisung, auch wenn es hier noch Optimierungspotential seitens des Herstellers gibt. Die größten Probleme lagen hier:
Stabilität
Es ist ein erheblicher Unterschied, ob man eine Lösung zum Laufen bringt oder ob diese Lösung auch dauerhaft ohne Wartung zuverlässig läuft. Im Besonderen, wenn an der Lösung viele Geräte unterschiedlicher Hersteller beteiligt sind, die alle zur Schwachstelle werden können.
Nach vielen Versuchen habe ich am 14.08.2026 den BitShake SMR ersetzt durch everHome EcoTracker. Die Ergebnisse bezüglich der Stabilität stehen noch aus, sind aber zunächst vielversprechend.