Es sollte mittlerweile jeder Wissen: An sonnigen Tagen werden um die Mittagszeit so viel Strom eingespeist, dass es beinahe für den gesamten Energiebedarf Deutschlands reichen würde. Aber abends sinkt die PV-Produktion auf NULL und muss durch andere Quellen ersetzt werden. Zumeist wird hier von Speichern gesprochen, die die Spitzenproduktion Mittags abschöpft, um diese in der Nacht wieder einzuspeichern. Hier geht es um die Problematik des Netzbetreibers.

Das funktioniert aus vielen Gründen nicht, denn Speicher stehen eben nicht in dem Umfang zu Verfügung, sondern lediglich nur unter einem Prozent. Die Kosten und Infrastruktur für einen entsprechenden Ausbau sind immens und können nie zu einer Amortisation führen.

Aber als Privatanwender sind die Vergleichskosten für die kWh aber ungleich höher, denn hier muss man immer mit Netzkosten, Streuern und Abgaben rechnen, die man ja einsparen könnte. So könnte eine Wirtschaftlichkeit für den Privatanwender eher möglich sein. Würde das nicht ein Teil des Problems abfangen, wenn viele Anlagenbesitzer von PV-Anlagen selbst für die Speicherung sorgen?

Leider verhindern die Details genau diesen erwünschten Effekt, sondern machen es nur um so schlimmer. Am praktischen Beispiel unsere Einfamilienhauses soll gezeigt werden, was in der Praxis wirklich passiert.

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Das Bild zeigt die Tagesstatistik des Speichers eines sonnenreichen Tages: Bis zum Sonnenaufgang wird der Speicher durch den Hausbedarf mit dem Ziel der Nulleinspeisung entladen. Das ist aus Netzsicht sicher nicht schlecht, aber in der Summe so gering, dass man kaum einen nennenswerten Nutzen für den Netzbetreiber ausmachen kann.

Mit dem Sonnenaufgang setzt die Solarproduktion ein, die zunächst vollständig in den Speicher fließt, bis der Speicher - hier 5,12 kWh - voll ist. Dann wird der Überschuss schlagartig ins Netz eingespeist. Das war im Bild etwa um 10:50 etwa 2 kW.

Der Netzbetreiber muss dafür Sorge tragen, dass zu jeder Sekunde das Angebot der Nachfrage entspricht. Für den Netzbetreiber wäre es kein Problem, wenn dieser Lastwechsel nur bei unserem Haus passieren würde, denn dafür ist er im Vergleich zu den gesamten Leistungsflüssen zu gering. Aber stellen wir uns vor, es gibt hier nicht nur unseren Solarspeicher, sondern zig-Tausende. Fast immer sind die Leistungsdaten so, dass die Speicher deutlich vor 12 Uhr gefüllt werden.

Zum Glück laufen die Speicher nicht alle in der selben Sekunde voll, aber wir haben im Laufe einer Stunde wohl den Großteils dieses Effektes. Das heißt, die Flanke, an der der Ersatzstrom abgeregelt werden muss, ist sehr steil - viel steiler, als es durch den Sonnenlauf alleine bedingt war. Und das stellt für die Netzbetreiber ein wachsendes Problem dar.

Ein Sicht aus der Steuerung der Solaranlage macht dies deutlich:

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Man erkennt, wie viel plötzlich vom Netzbetreiber verwertet werden muss. Nach etwa 2 Stunden werden rund 7 kW eingespeist ... und das muss dann alles ausgeglichen werden.

Die Befürworter von Speichern als Problemlösung für das Netzproblem haben sich das wohl anders vorgestellt. si dachten, dass die Leistungsspitz ab 11:00 bis 12:00 wohl gekappt wird, die dann in den Speicher fließt.

Hersteller und Privatanwender

Der Hersteller von Speicherlösungen könnte hierfür Einstellmöglichkeiten schaffen, die das Problem behandeln könnten. Z.B. dass erst ab einer bestimmten Uhrzeit oder aber einem bestimmten Leistungsschwellwert eingespeichert wird. Aber das Interesse des Herstellers ist zunächst, dass die Anlage einfach funktioniert. Detailoptimierungen sind dann Zusatzaufwand. Mein Marstek-Speicher unterstützt zur Zeit diese Optimierungen nicht.