Hier beschreibe ich das Zusammenspiel zwischen dem Heimspeichersystem Marstek Venus E 3.0 und dem BitShake SMR Air. Bei letzterem handelt es sich um einen Micro-Computer, der die aktuellen Daten aus dem Stromzähler über die IR-Schnittstelle ausliest und anderen Anwendungen bereit stellt. Die Installation des SMR habe ich bereits beschrieben in Heim-Solaranlage Und Speicher hier geht es um die Kopplung der Anwendungen mit dem Ziel der Nulleinspeisung, also der optimalen Nutzung von PV-Produktion und Speicher.
Leider war die Stabilität trotz vieler Versuche nicht herzustellen ... aber eine Alternative mit dem EcoTracker scheint erfolgreich. Siehe unten
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Das Speichersystem Marstek Venus E unterstützt eine kleine Auswahl von Messeinrichtungen, hier CT (current transformer) genannt. Neben dem hauseigenen Marstek CT003 werden unter anderem auch den everHome EcoTracker und den Shelly Pro 3EM. Der BitShake SMR Air wird nicht direkt unterstützt. Durch die Möglichkeit, den SMR mit einem Script anzupassen ist es auch möglich, einen Shelly Pro 3EM zu emulieren. Das heißt, der SMR verhält sich wie ein Shelly Pro 3EM und wird vom Marstek Speicher als solcher erkannt.
Im Lieferumfang von BitShake war allerdings ein entsprechendes Script noch nicht vorhanden. In Anfrage an den Support von BitShake wurde ein entsprechendes Skript erstellt und die ersten Versionen zum Einsatz gebracht. Vermutlich war der Support von BitShake auch darum so gut, weil es nicht nur um meinen persönlichen Bedarf ging, sondern weil BitShake dieses Skript auch für andere Kunden bereitstellen will und somit den SMR attraktiver macht.
Die ersten Eindrücke von der Integration waren vielversprechend, aber aber in den ersten Versionen noch nicht völlig befriedigend. Aber nun Schritt für Schritt:
Nach der Vorbereitung des Zählers (PIN Eingabe etc. siehe Heim-Solaranlage Und Speicher) und einrichten des SMR konnten die Daten auf dem PC und in der BitShake App auf dem Smartphone angezeigt werden. Hier die Anzeige auf dem PC im Browser:
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Die Werte werden sekundengenau aus dem Zähler Landis + Gyr E320 ausgelesen und bereit gestellt. Die Werte E320 akt. Leistung und Netzbezug-Einspeis zeigen an:
Verbrauch - PV Ertrag - Batterieeinspeisung
Das Skript SHELLY EMULATION 21106 - das mir der BitShake Support bereitgestellt hat - wird eingespielt mit -> Werkzeuge -> Skript konfigurieren
und dann mit Copy & Paste
In der BitShake App unter Android sieht es dann so aus:
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Man sieht darin, dass noch 854 W ins Netz eingespeist wird, während der Marstek Speicher mit etwa 2500 W geladen wird. Das hier aber nur die Messpunkte dargestellt werden und keine vollständige Übersicht über die Energieflüsse im Haus, kann man in der SMA App sehen.
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Aber auch aus SMA-Sicht ist das Bild nicht vollständig, denn es kann den Speicher nicht vom Hausverbrauch unterscheiden. Eine vollständige Integration in das SMA-Netz würde hier sicher noch etwas informativer aussehen.
Wäre die Anzeige in der BitShake App zum exakt gleichen Zeitpunkt, würde diese -4048 W anzeigen. Allerdings hinkt die SMA Anzeige immer etwas nach, und bei Wolken und wechselnden Verbräuchen ist diese Übereinstimmung kaum herzustellen.
Nachdem nun die Einstellungen und Ansichten im BitShake SMR vollständig sind, werden wir uns der Darstellung in der Marstek-App des Speichers ansehen.
Marstek Venus E
So sieht der Startbildschirm nach vollständiger Aufladung aus:
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Man sieht darin, dass der Speicher mit 5,12 kWh zu 100 % geladen ist und wie viel seit 0:00 aus dem Speicher gezogen wurde und wie viel geladen wurde. Die Differenz sind die Ladungsverluste. Dass CT - für die Strommessung - hier grün angezeigt wird. Das heißt, die Verbindung zur Messeinrichtung den BitShake SMR, alias Shelly Pro 3EM ist aktiv. Der Eigenverbrauchsmosdus, nicht der Manuell-Modus ist aktiv. Mit klick auf CT wird die Messung angezeigt (hier aber zu anderen Zeitpunkten im Entladeprozess)
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Hier sieht man, dass die rote Linie (der Netzbezug-Einspeisung) und die grüne Linie (Speicher laden/entladen) immer ein wenig schwingt. Zuletzt wurde der Speicher mit 181 W entladen um die Einspeisung und Verbrauch bei nahe null zu halten.
Bei größeren Laständerungen kann es allerdings kurzzeitig zu stärkeren Schwingungen kommen:
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Nach wenigen Sekunden mit größeren Stromentladung und Netzbezügen hatte sich dann aber wieder die erwünschte Lage eingestellt.
Optimierungspotential der Steuerung
Seitens der Nulleinspeisungssteuerung - hier seitens Marstek - gibt es Optimierungspotential. So lässt sich zwar ein Schwingen um den 'Nullpunkt' nicht völlig vermeiden, aber eine intelligentere Steuerung könnte noch deutliche Verbesserungen erreichen, denn es wird noch immer mehr Netzbezug geschaltet als erforderlich. Zudem arbeiten die Wechselrichter gerade im kleinen Teillast-Bereich besonders ineffizient. Das wird erkennbar zwischen der Batterieladung und der benötigten Ladestrom-Menge.
Eine Idee wäre, die Steuerung des Marstek Speichers mit manipulierten Daten aus dem Messgerät zu besseren Verhalten zu bewegen. Die Versuche durch Skriptanpassungen zeigten jedoch nicht den erhofften Erfolg. Zwar konnten die Daten, die an das Speichersystem gesendet wurden, manipuliert werden, aber die Speichersteuerung reagierte anders als erwartet. Wenn z.B. bei geringem Stromüberschuss vorgegulkelt wurde, dass nur 0 oder 1 W überschuss vorhanden wäre, um einen Speicherbetrieb zu verhindern, so versuchte die Steuerung, mit einer Entladung von 2400 W dennoch eine Wirkung (die hier nicht erwünscht war) zu erreichen.
Einige Vorschläge, die allerdings noch nicht von Marstek umgesetzt wurden :
1. Automatischer Offset
Im Ladebetrieb könnte bei einem Offset von z.B. 100 bis 300 Watt der Nullpunkt verschoben werden, so dass eine kleine Netzeinspeisung immer auch dann gegeben ist, selbst wenn der Speicher nicht ganz voll ist. Das würde verhindern, dass im Schwingen um den Nullpunkt überhaupt ein Netzbezug statt findet. Da ohnehin meist im Tagesverlauf ein erhebliches Überangebot da ist, könnten ein Netzbezug von bis zu 0,5 kWh/Tag vermieden werden.
In der Entlade-Phase würde entsprechend weniger entladen werden, aber da ohnehin meist die verfügbare Kapazität den Tagesbedarf nicht erreicht wäre dies kein Verlust. Ergänzend könnte man für das Entladen ein anderes Offset erfassen: Hier wäre der Offset ggf. bei 0 oder -100 Watt anzugeben: Im letzteren Fall würde die Nulleinspeisung unterschritten und in keinem Fall eingespeist werden, wenn die Steuerung ansonsten um den verschobenen Nullpunkt schwingen würde. Allerdings löst dies nicht das Problem der Ineffizienz im Teillast-Bereich.
2. Ladedämpfung
Alternativ oder ergänzend könnte der mögliche Ladestrom auf einen Prozentsatz, z.B. 40% des möglichen Ladestroms reduziert werden. Wäre z.B. ein Überschuss von 2000 Watt seitens der PV gegeben, würden in diesem Fall nur 1200 Watt geladen. Das würde ebenso das Schwingverhalten deutlich reduzieren.
Wenn aber ein großer Überschuss, z.B. 5 KW gemessen wird, würde automatisch die maximale Ladeleistung von 2500 W genutzt werden. Auch das löst nicht das Problem der Ineffizienz im Teillast-Bereich.
Auch hier brachten manipulierte Daten vom Messgerät, hier der SMR, nicht den erwarteten Erfolg.
3. Tageslaufsteuerung
An sonnigen Tagen wird der Speicher bereit vor Mittag voll. Dies ist für den privaten Nutzer kein Problem und verschafft ihm zusätzliche marginale Sicherheit im Fall eines Stromsaufalls.
Für das Netz ist es jedoch fatal, denn plötzlich fällt die Last des Ladestrom weg und gerade zur Zeit höchster Stromproduktion kommt eine zusätzliche unerwünschte Netzeinspeisung hinzu. Wünschenswert wäre darum, dass gerade an Ertragsspitzen der PV Strom gespeichert werden könnte.
So wäre es hilfreich, wenn einstellbar wäre, wann überhaupt geladen werden kann. Z.B 12:00 bis 18:00. Das würde auch weitgehend die oben genannten Optionen ersetzen, denn die genannten Probleme existieren vor allem morgens, wenn die PV-Produktion nur teilweise den möglichen Ladestrom begrenzt. Dies löst auch das Problem der Ineffizienz im Teillast-Bereich.
4. Ladeschwelle
Die einfachste Lösung, die zudem auch die Probleme des Teillast-Betriebes adressiert, wäre die Umsetzung, das ein kleiner Stromüberschuss bis zu einem konfigurierbaren Schwellwert - z.B. 2600 W - nicht zum Laden des Speichers führt. Das hätte zur Folge, dass es kein Laden im Teillast-Bereich geben würde und das entsprechendes Schwingen um den Nullpunkt vermieden würde. Zudem verschiebt sich die Ladezeit automatisch Richtung Mittag bis Nachmittag. Da ohnehin ein großer Überschuss an PV-Strom erwartet werden kann, würde das eien spürbare Verbesserung darstellen.
Zwischenfazit
Auch wenn der Integrationsaufwand nicht ganz unerheblich war, konnte doch das erhoffte Ziel kostengünstig erreicht werden - allerdings noch nicht in der erforderlichen Stabilität. Wer Ähnliches bei sich möchte, kann durch diese Erfahrungen den Weg deutlich abkürzen.
Besonders zu loben ist der Support bei BitShake. Nach einer anfänglich instabilen Skriptversion wurde sehr rasch eine Lösung bereit gestellt, die besser zu sein schien. Vielleicht kommen ja noch weitere Optimierungen, aber der aktuelle Zustand wäre bereits gut, wenn die Stabilitätsprobleme gelöst werden könnten. Künftige Anwender können darauf aufbauen.
Stabilität
Allerdings hatte ich wiederholte Abbrüche. Das heißt, das Skript blieb stehen und musste neu gestartet werden. Manchmal lief es über einen Tag, manchmal brach es nach einigen Minuten ab. Vermutungen, dass es am Netzteil läge, wurden durch Versuche mit mehreren unterschiedlichen Netzteilen für unplausibel gehalten. Der Verdacht, dass es am Skript läge, wurden mit dem Support bei BitShake diskutiert, brachten jedoch keine Ergebnisse.
Hier die eingesetzten Komponenten (komplett, auch wenn oben bereits einige genannt wurden):
- BitShake SMR
- No-Name USB-Netzteil
- Marstek Venus E 3.0
- FritzBox 7530 AX
- TP-Link Powerline AV600 - und zwei ältere TP-Link Powerline-Module
Alle Komponenten sind mögliche Schwachstellen:
- Beim BitShake SMR war anfangs die Skript-Version instabil. Es stürze zwischen 1 und 25 Stunden Betriebsdauer ab. Eine neue Version seitens des Supports brachte zunächst Abhilfe.
- No-Name USB-Netzteil war die Lösung, nachdem ein altes Samsung-Netzteil den SMR nach 2 bis 48 Stunden zum Absturz brachte.
- FritzBox 7530 AX - als Zentrale des Netzwerks stand zwar in Verdacht, dass diese mit einigen Komponenten nicht stabil zusammenarbeitete, aber es verdichtete sich der These, dass die Störungen von anderen Komponenten ausging.
- TP-Link Powerline AV600 - und zwei ältere Powerline-Module
Hier war vermutlich der Mix zwischen den verschiedenen Generationen der Powerline des gleichen Hersteller kritisch. Diese verursachte schließlich häufige Abbrüche des Betriebs des BitShake SMR. Beim Feststellen der Instabilität musste zunächst ausgeschlossen werden, dass es nicht, wie vordem festgestellt, von der Skript-Version oder dem Netzteil abhing. Nach einer Rekonfiguration der Power-Line Adapter lief der Betrieb zunächst einigermaßen störungsfrei. Das lässt den Schluss zu, dass das Zusammenspiel unterschiedlicher Powerline-Adapter eine Störursache war.
- Marstek Venus E 3.0 - Die Anlage war mit dem BitShake SMR über verschiedene Netzwerk-Komponenten verbunden verbunden, bis die Anlage nach etwa 14 tägigen Betrieb die Verbindung verlor und auch nach Reset und Verbindungsüberprüfung nicht wieder aktiv wurde. Zwischenzeitlich stand wieder die Verbindung, ohne weitere Änderung, brach dann aber wieder ab. Auch zeigte die Venus E unstabile Verbindungen zur Marstek App. Die kritische Netzwerk-Verbindung war hier die direkte WLAN-Verbindung zur FritzBox 7530 AX - bei eigentlich guter Signalstärke. Die Lösung war der Einsatz der TP-Link Powerline und einer Kabelverbindung - also keine WLAN-Nutzung zur Venus E. Seit der Kabelverbindung hatte ich keine Probleme mehr mit der Verbindung zur Venus E.
Allerdings lässt die Stabilität der Lösung auf dem BitShake SMR zu wünschen übrig. Sie blieb alle 2 - 18 Stunden stehen und musste neu gestartet werden. Nachdem das Skript zwischenzeitlich mehrere Tage lief, gehe ich nicht von Fehlern im Skript aus. Ebensowenig würde ich das Netzteil für die Problemkomponente halten ... aber was könnte es sonst sein?
Letztlich bleibt unklar, ob die Probleme an der Hardware-Instabilität, dem WLAN, der Stromversorgung, doch im Skript oder aus der Kombination herruührten. Eine verlässliche Lösung musste her.
Ich Versuchte darum eine andere Lösung.
Marstek CT003
Die Installation des Marstek CT003 hatte zwar kleinere Probleme, wurde schließlich aber dennoch erreicht, jedoch wurde mein Zähler Landis + Gyr E320 nit unterstützt, sondern nur Landis + Gyr E350 ... und das lieferte keine Werte. Ärgerlich war, dass die (fehlende) Kompatibilität zum Zähler vorher nicht in Erfahrung gebracht werden konnte. Ein Anfrage bei support@marstekenergy.com brachte diese Antwort:
Also: Außer Spesen nichts gewesen ...
everHome EcoTracker
Am 14.08.2026 wurde das Gerät installiert. Es fiel auf, dass die Lieferung komplett war - inklusive Netzteil - und das knappe 'Handbuch' das notwendige enthielt: Schritte zur Installation und App-Download. Der Installationsprozess lief problemlos. Das Gerät wurde schnell und zuverlässig über Bluetooth erkannt und bei der WiFi Netzerk-Konfiguration ging es ebenso leicht weiter - nur das WLAN PW musste eingegeben werden. Der Zähler wurde sogar automatisch erkannt.
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Auch die Verbindung zum Marstek Venus E ging problemlos, da man den EcoTracker direkt auswählen konnte. Es steht da zwar (Beta) aber es funktionierte auf Anhieb problemlos. Die EverHome App ist funktional und würde mit der Note 1- beurteilt werden. Sie zeigt sekundengenau die Zählerdaten, aber nicht wie die BitShake App den Tages-Netzbezug und die Tageseinspeisung.
Der EcoTracker gewinnt deutlich gegen den BitShake SMR, denn die Stabilität ist deutlich besser. Erste Erfahrungen sind vielversprechend und zeigen einen auch besseren Wert der Nulleinspeisung.
Hier einige Ergbnisse in der EverHome App:
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Die App liefert auch graphische Auswertungen:
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Dies zeigt die perfekte Nulleinspeisung: Der Solarstrom wurde eingespeist, aber die Batterie sorgte für eine Null-Linie in der Nacht. Das heißt, das an normalen Tagen bei einem Überangebot von PV-Strom der Batteriespeicher sich nur auf 30% leert und eine Strombezug von rund 0,2 kWh erforderlich ist. Ganz auf Null ist nicht zu erreichen, da die Steuerung um die Nulllinie pendelt.
Schlussbemerkung
Die Ergebnisse bezüglich der langfristigen Stabilität stehen noch aus. Aber nach über einer Woche Betrieb gab es noch keinen Fall eines Absturzes. Das lässt hoffen, dass der EcoTracker für einen Dauereinsatz in meiner Konfiguration gut geeignet ist.